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Neuberechnung Mindest-/Meldebestand (cd2012)



Mindest- und Meldebestand haben entscheidenden Einfluß auf die Bestimmung des Bestellzeitpunktes. Unterschreitet der Lagerbestand den Mindest- bzw. Meldebestand müssen neue Bestellungen ausgelöst werden, da nur noch die Wiederbeschauffungszeit in Tagen dispositiv abgedeckt ist.

Mit dem folgenden Programm kann der Mindest- bzw. Meldebestand für „V“ und „L“ disponierte Materialien im cimERP berechnet werden.
Basis bilden die Verbrauchszahlen (Lagerabgänge) eines gewählten Zeitraumes in bestimmten betrachteten Lagern.
Gespeichert werden die Ergebnisse im Echtlauf im Artikelstamm - Reiter Lager.

Der Mindestbestand wird nach folgender Formel errechnet:

 Mindestbestand = Ø Verbrauch der Lagerabgänge * Beschaffungszeit 

D.h. der Mindestbestand deckt auf der Basis des durchschnittlichen Verbrauches die durchschnittliche Wiederbeschaffungszeit des Artikels (s. Artikelstamm - Einkauf Basisdaten) ab.
Der „Ø Verbrauch der Lagerabgänge“ errechnet sich hierbei aus den Summe der Lagerabgänge des Artikels (s.a. Lagerveränderungsstatistik des gewählten Berechnungszeitraumes geteilt durch die Anzahl an Arbeitstagen dieses Berechnungszeitraumes. Hierüber können Artikel mit relativ gleichmäßigen Verbräuchen geplant werden.

Insbesondere bei Artikeln mit größeren Verbrauchsschwankungen ist die Berechnung des Bestellzeitpunktes auf Basis des Mindesbestandes mit Risiken verbunden. Deshalb sollten solche Artikel über den Meldebestand dispositiv geplant werden.
Der Meldebestand wird nach der folgenden Formel berechnet:

 Meldebestand = Sicherheitsbestand + (Ø Verbrauch der Lagerabgänge * Beschaffungszeit) 

Er beücksichtigt also zusätzlich den Sicherbestand, der Lieferverzögerungen bzw. Mehrverbrauch über die Standardabweichung der Abgangsbuchungen an Hand des Servicegrades der XYZ-Analye (s. Ermittlung Kennzeichen XYZ und Wertegrenzen für XYZ-Analyse) berücksichtigt.

Der Sicherheitsbestand wird hierbei nach der folgenden Formel berechnet:

 Sicherheitsbestand = Standardabweichung der Verbräuche * Servicelevel * (Wurzel aus) Wiederbeschaffungszeit 

(Die Wurzel aus WBZ wird dann verwendet, wenn diese > 1 ist, ansonsten wird die WBZ ohne Wurzel verwendet.)

Die Berechnung des Sicherheitsbestandes erfolgt immer auf der Basis der Monatsverbräuche der Lagerveränderung, also auf monatlicher Betrachtung).
Für die Ermittlung der Standardabweichung der monatlichen Abgänge werden die Lagerabgänge über die jeweiligen Arbeitstagen zunächst auf eine vergleichbare Basis von 21 Arbeitstagen/Monat umgerechnet. Ebenso wird die Beschaffungszeit für die Berechnung des Sicherheitsbestandes monatlich (auf Basis von 21 Arbeitstagen) berücksichtigt (z.B. 10 Tage: 10/21 = 0,476 Monate).

Der Servicelevelfaktor, der in den den Basisparametern Wertegrenzen für XYZ-Analyse in Prozent hinterlegt werden kann, ergibt sich in Abhängigkeit von der XYZ-Klasse des Artikels. D.h. nur für Artikel mit einem XYZ-Kennzeichen im Artikelstamm s. Artikelstamm - Klassifizierung) und definierten Servicelefelfaktor erfolgt die Berechnung des Sicherheitsbestandes als Bestandteil des Meldebestandes. Aus dem ermittelten XYZ-Wert wird die Standardnormalverteilung ermittelt, die dem Servicelevelfaktor entspricht. Ist der Faktor = 0, so wird kein Sicherheitsbestand errechnet.

Hinweis: Der Betrachtungszeitraum wird automatisch gekürzt, wenn der Artikel neueren Ursprunges ist und erst nach Beginn der Betrachtungsperiode im cimERP angelegt wurde.

Weitere Informationen zur Bestandsplanung:
https://www.uni-due.de/imperia/md/content/tul/de_ss15_lm01_bestandsplanung.pdf

Felder

Berechnung Unterscheidung, ob errechneter Wert im Feld „Mindestbestand“ oder „Meldebestand“ abgestellt werden soll.
Test-/ Echtlauf Zur Kontrolle kann die Neuberechnung zunächst im Testlauf durchgeführt werden. Die Mindest- bzw. Meldebestände werden berechnet und in einer Liste angezeigt. Allerdings werden die Werte im Testlauf nicht in die Lagerstammdaten der Artikel übernommen. Angedruckt werden nur Artikel, bei denen sich auf Grund der getroffenen Auswahl eine Änderung der Stammdaten ergeben würde.
Berechnungszeitraum Über diese Optionen wird festgelegt, wie der Mindest-/Meldebestand, aufgrund des Verbrauchs in der Vergangenheit, ermittelt werden soll.
Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
lfd. Jahr
Der Betrachtungszeitraum beginnt am 01.01. des aktuellen Jahres. Die Berechnung der Standardnormalverteilung der Lagerabgänge erfolgt aus statistischen Betrachtungen jedoch mit 12 Monaten. da anderenfalls eine Statistk nicht ausreichend aussagefähig ist.
lfd. Jahr und Vorjahr
Der Betrachtungszeitraum beginnt am 01.01. des Vorjahres.
variabler Zeitraum
Bei dieser Option erscheint zusätzlich das Feld „Anzahl Monate“, in dem Sie einen beliebigen Wert eingeben können, der für die Auswertung gelten soll (beginnend ab aktuellem Datum).
Zu-/Abschlag Zusätzlich kann für die tatsächlich errechneten Werte ein Zu- oder Abschlag festgelegt werden, der bei der Berechnung berücksichtigt wird. ZUschläge erhöhen die Sicherheit, jedoch auch die Lagerhalungskosten. Abschläge müssen mit negativem Vorzeichen eingegeben werden.
Rundung auf Über die Optionen in diesem Feld kann die Art der Rundung für den berechneten Mindest-/Meldebestand festgelegt werden.
Mögliche Werte sind:
keine Rundung
Vielfaches von 0,01
Vielfaches von 0,1
Vielfaches von 0,5
Vielfaches von 1
Vielfaches von 5
Vielfaches von 10
Vielfaches von 100
Vielfaches von 100
Losgröße = Vielfaches der Losgröße
Transportmenge = Vielfaches der Transportmenge
Transportmenge vor Losgröße = Transportmenge, wenn gepflegt, ansonsten Losgröße
Anzahl Monate Angabe der Anzahl Monate (in die Vergangenheit), über welche die Berechnung des Mindest-/Meldebestandes über die Verbrauchszahlen erfolgen soll. Dieses Feld ist nur bei „Berechnungszeitraum - variabler Zeitraum“ verfügbar.
Anzahl Monate in die Zukunft Angabe der Anzahl Monate in die Zukunft, über welche die Berechnung des Mindest-/Meldebestandes erfolgen soll. Dieses Feld ist nur bei „Berechnungszeitraum - variabler Zeitraum“ verfügbar.
In diesem Fall werden als „zukünftige“ Lagerabgänge die Dispobedarfe Fertigung und Kundenauftrag herangezogen (Bedarf Produktion, Bedarf 1, Bedarf 3).
Berücksichtigung Soll-ReichweiteÜber diese Optionen wird festgelegt, ob die Soll-Reichweite statt der Beschaffungszeit herangezogen werden soll. Die Soll-Reichweite wird in den Lagerstammdaten der Artikel gepflegt.
Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
0 = nein
Die Soll-Reichweite wird nicht berücksichtigt.
1 = ja
Nur Artikel mit hinterlegter Soll-Reichseite werden zur Berechnung herangezogen. Der Wert ersetzt die Beschaffungszeit bzw. die Vorlaufzeit Produktionsplanung.
2 = wenn vorhanden
Wenn die Soll-Reichweite hinterlegt ist, wird diese herangezogen. Ist die Beschaffungszeit größer, dann wird dennoch die Beschaffungszeit zur Berechnung genommen.
Lager (von - bis) Eingabe des Lagers/der Läger (oder Suche über Matchcode) für die der Mindest-/Meldebestand neu berechnet werden soll.
Teilegruppe (von - bis) Eingrenzung der zu berücksichtigenden Teilegruppen 1.
Hinweis:
Die Teilegruppe 1 wird im Programm Artikelstamm - Klassifizierungsdaten zugeordnet.
Artikelnummer (von - bis) Eingrenzung der zu berücksichtigenden Artikel.
Disponent (von - bis) Eingrenzung der zu berücksichtigenden Disponenten.
Hinweis:
Der Disponent wird im Programm Artikelstamm - Stammdaten zugeordnet.
ZUPO (von - bis) Eingrenzung der zu berücksichtigenden Artikelarten.
Hinweis:
Die Artikelart wird im Programm Artikelstamm - Stammdaten zugeordnet.
Warengruppe 1-5 (von - bis) Eingrenzung der zu berücksichtigenden Warengruppen 1-5.
Hinweis:
Die Warengruppen werden im Programm Artikelstamm - Klassifizierungsdaten zugeordnet.
Tabelle LägerIn dieser Tabelle werden alle im Parameter Lagernummern hinterlegten Läger aufgelistet, welche das Kennzeichen „Verfügbarkeitsrechnung“ gesetzt haben und keine Qualitätssicherungsläger sind. In der Spalte „X“ können die für die Berechnung des Mindestbestandes zu berücksichtigenden Läger ausgewählt werden.
Betrachtung der gewählten Läger Mögliche Werte sind:
einzeln:
Die in der Tabelle ausgewählten Läger werden einzeln betrachtet. Der Mindest- bzw. Meldebestand wird im Echtlauf in die jeweilige Lagernummer zurückgeschrieben.
in Summe:
Es erfolgt eine gesammelte Betrachtung der gewählten Läger. Die Mindest- bzw. Meldebestände der gewählten Läger werden summiert betrachtet und in das „Für Lager“ oder das Standardlager des Artikels gespeichert.
Für Lager Dieses Feld ist nur sichtbar, wenn im Feld „Betrachtung der gewählten Läger“ die Auswahl „in Summe“ getroffen wurde.
Hier muss das Ziellager angegeben werden, in das der errechnete Mindest-/Meldebestand zurückgeschrieben wird.
Standardlager Dieses Feld ist nur sichtbar, wenn im Feld „Betrachtung der gewählten Läger“ die Auswahl „in Summe“ getroffen wurde.
Alternativ kann hier das Kennzeichen „Standardlager“ gesetzt werden. Ist das Kennzeichen aktiv, werden nur Artikel mit einem Standardlager berücksichtigt. Der errechnete Wert wird in das Standardlager des jeweiligen Artikels zurückgeschrieben.

Tabelle Lager

Die Tabelle der Lagernummern dient zur Auswahl einzelner Lagernummer. In diesem Fall wrden die Eingabefelder „Lager von / bis“ ausgeblendet.

(Auswahlkennzeichen X) Markierung der einzelnen Läger
Nr. Lagernummer
Lager-Bez. Lagerbezeichnung

Menüpunkte

Buttons

Informationen zu den "Buttons"

Alle markieren Alle in der Tabelle Lager angezeigten Läger werden markiert.
Keine markieren In der Tabelle getroffene Markierungen werden gelöscht.

Beispiel einer Liste

Hinweis:
Auf der Liste werden nur die Artikel ausgegeben, bei denen sich durch die Neuberechnung
eine Veränderung des Mindest-/Meldebestandes ergeben hat.