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Inhaltsverzeichnis



Produktdatenmodell

I. Grundlegende Informationen zum Aufbau eines Produktdatenmodells auf Basis des Konfigurators

Wenn der Betrieb oder bestimmte Produkte in einer großen Variantenvielfalt vertrieben und in Form einer Variantenfertigung (z.B. variantenabhängige Serienfertigung) oder Individualfertigung (z.B. Werkstattfertigung) hergestellt werden, sollte der Konfigurator eingeführt werden. Der Konfigurator führt zu einer Minimierung der Artikelanzahl und zu einer höheren Wartungsfreundlichkeit, bei der Pflege der Produkteigenschaften, hinsichtlich Preisgestaltung, sowie der Produktionsgestaltung. Hierzu werden Möglichkeiten, wie programmierbare Stücklisten, Arbeitpläne, sowie dynamische Konfiguration von Vorgängen und Standardprodukten angeboten.

1. Grundmodell (welche Informationen sollten im Grundmodell enthalten sein)

Festlegung, welche Produktdaten im Artikel (verschlüsselt durch die Artikelnummer, repräsentiert durch den Artikelstamm) enthalten sein sollen. Je weniger Daten der Artikel impliziert, desto mehr Produktdaten müssen durch die Sachmerkmalsbegriffe bzw. die Varianten 1 - 3 abgedeckt werden. Je mehr Daten durch die Sachmerkmalsbegriffe verschlüsselt werden, desto komplizierter wird das Beziehungswissen und die Fertigungsstammdaten (Stücklisten, Arbeitpläne) der einzelnen, konfiguratorgeführten Artikel (Artikel mit Sachmerkmalsleiste). Die Anzahl der konfiguratorgeführten Artikel wird durch das Grundmodell bestimmt. Je weniger Daten der Artikel impliziert, desto weniger konfiguratorgeführte Artikel werden benötigt. Je mehr Daten der Artikel impliziert, desto mehr konfiguratorgeführte Artikel werden benötigt.

2. maßabhängige Grundmodelle (sollen Informationen wie Höhe -Variante1-, Breite -Variante2-, Tiefe -Variante3- des Grundmodells in den Varianten geführt werden)

Wenn es sich bei dem Grundmodell um einen maßabhängigen Artikel handelt, d.h. bei identischer Beschaffenheit des Produkts unterscheiden sich die Produkte lediglich um die Größe (Höhe in mm, Breite in mm, Tiefe in mm), können die Varianten

(s.a. Artikel mit Varianten in cimERP) zur Vorgabe dieser Daten, in Verbindung mit den Grundmodellen (s. Programm
Artikelstammdaten - Stammdaten - Feld „Varianten gültig“) erfasst werden.

3. Konfiguratordaten

Für jede, nicht im Grundmodell und den Maßangaben enthaltene Produkteigenschaft sollten folgende Daten erhoben werden:

3.1 Begriffsart (lokal oder global)

Handelt es sich um eine lokale Eigenschaft, die ein bestimmte Art von Grundmodellen betrifft oder eine globale Eigenschaft, die sämtliche konfiguratorgeführte Artikel des Betriebes betrifft. Während für lokale Eigenschaften Sachmerkmalsgruppen anzulegen sind, sollten globale Eigenschaften (Begriffe) in die allgemeine Gruppe eingeordnet werden.

3.2 Produktart (Kürzel der Modellart)

Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit für jede Produktart nur ein Grundmodell zu erfassen. Wenn dieses Grundmodell jedoch in sehr vielen Ausführungen und Größen gefertigt und vertrieben wird, macht es Sinn für jede Produktart mehrere Grundmodelle vorzusehen, um die Komplexität der Fertigungsstammdaten und des Beziehungswissens im Rahmen zu halten. Um beim Aufbau des Grunddatenmodells und damit bei der Bestimmung der Sachmerkmalsbegriffe eine Einordnung durchzuführen, welche Produktart beschrieben werden soll, sollte jedem Sachmerkmalsbegriff die Modellart zugeordnet werden.

3.3 Kurztext SM-Begriff (Eigenschaft)

Kurztext des Sachmerkmalsbegriffs, je nicht im Artikel und den Varianten implizierter, Produkteigenschaft. (z.B. MAT)

3.4 Langtext SM-Begriff

Langtext des Sachmerkmalsbegriffs (z.B. Material).

3.5 Auswahlen pro SM-Begriff (Ausprägungen pro Begriff)

Ausprägungen pro Eigenschaft, d.h. Auswahlen pro Sachmerkmal (z.B. Holz, Alu, Kunstoff)

3.6 Merkmalsart (Mussbegriff - M - / Kannbegriff - K - / zu generierender Begriff - G -)

Festlegung ob die Eigenschaft vom Benutzer angegeben werden muss (Muss-Merkmal), kann (Kann-Merkmal) oder nicht (zu generierendes Merkmal, d.h. über das Beziehungswissen des Konfigurators ermittelt wird)

3.7 Merkmal relevant für Angebot, Auftrag, Angebot und Auftrag

Festlegung ob ein Merkmal zur Beschreibung eines Produkts im Angebot, Auftrag oder in beiden Vorgängen notwendig, bzw. bekannt ist. Oftmals kann ein Produkt in der Angebotsphase nicht komplett beschrieben werden, d.h. im Angebot hat das Produkt weniger mögliche Eigenschaften, als im Auftrag, bei welchem das Produkt gänzlich beschrieben werden muss, um eine durchgängige und vollständige Produktion durchführen zu können.

3.8 Preisauswirkung (hat das Merkmal eine Einfluss auf den Preis oder Zuschlag)

Festlegung, ob ein Sachmerkmalsbegriff den Preis oder den Zuschlag eines Artikels beeinflusst oder nicht. Die Werte bzw. Preise, um welche der Preis des Artikels oder der Zuschlag gesteigert wird, werden in den Sachmerkmalsauswahlen eingegeben.

3.9. Baugruppenauswirkung (auf welche Baugruppe der Stückliste hat das Merkmal eine Auswirkung)

Wenn die Stückliste des Modells mehr als 1 Strukturstufe hat und die Baugruppen, bzw. Fertigungsteile auch konfiguratorgeführt sind (Baugruppe und Fertigungsteil hat eine Sachmerkmalsleiste zugeordnet mit Sachmerkmalsbegriffen, die auch im Endprodukt sind), sollte festgelegt werden, auf welche Baugruppe, bzw. welches Fertigungsteil das Sachmerkmal eine Einfluss hat.

3.10. Stücklistenauswirkung (hat das Merkmal Einfluss auf die Stückliste der einzelnen Baugruppen oder des Endprodukts)

Festlegung, ob das Merkmal einen Einfluss auf die Stückliste, hinsichtlich Materialbeschaffung Rohmaterial, Einkaufsteilen oder Fertigungsteilen, bzw. Baugruppen hat.

3.11 Arbeitsplanauswirkung (hat das Merkmal Einfluss auf den Arbeitsplan der einzelnen Baugruppen oder des Endprodukts)

Festlegung, ob das Merkmal einen Einfluss auf den Arbeitsplan, hinsichtlich Bereitstellung von Maschinen ,- und Personalressourcen, bzw. die Arbeitsschritte zur Fertigung des Produkts hat.

3.12. Drucktextauswirkung (sollen von dem Merkmal Daten auf Papiere gedruckt werden)

Festlegung, ob Daten des Sachmerkmals (Begriffsdaten, Auswahldaten) auf externe Papiere (Angebot, Auftragsbestätigung, Lieferschein, Rechnung) oder interne Papiere (Fertigungspapiere) gedruckt werden sollen

3.13. Zusatzfelder als Grundlage für Berechnungen für programmierbare Stücklisten, Arbeitspläne, bzw. für die dynamische oder statische Generierung oder Vorbelegung von Merkmalen

Für jeden Sachmerkmalsbegriff können Zusatzfelder aktiviert werden, zur freien Berechnung von, zu generierenden Sachmerkmalen (Beziehungswissen), Materialbedarfen (s.a. Berechnungsarten für Stücklisten - Allgemein) oder Zeitbedarfen (s.a. Berechnungsarten für Arbeitspläne - Allgemein). Es handelt sich dabei um folgende Felder: Menge (Realzahl mit 3 Nachkommastellen), Höhe (Ganzzahl), Breite (Ganzzahl), Tiefe (Ganzzahl), Leistung (Realzahl mit 3 Nachkommastellen), Bezeichnung 1 + 2 (je 30-stellig alphanum.). Es sollte festgelegt werden, welche technischen Zusatzfelder je Sachmerkmal für diese Berechnungen und Programmfunktionen benötigt werden.

II. Beziehungswissen und Formeln des Konfigurators

Im Konfigurator von cimERP gibt es unterschiedliche Beziehungswissen ,- und Formelabläufe, mit welchen technische Sachmerkmale generiert, dynamisch vorbelegt und Stücklisten, sowie Arbeitpläne generiert werden können (programmierbare Fertigungsstammdaten). Hierzu besitzt cimERP eine benutzerfreundliche und sehr einfach zu bedienende integrierte Programmiersprache (Beziehungswissen) und einen integrierten Formelinterpreter.

Folgender Programmablauf wird bei der Abarbeitung eines konfiguratorgeführten Vorgangs, unter Verwendung sämtlicher, möglicher Beziehungswissen und Formeln durchgeführt:

  1. Erfassung des Artikels (Grundmodells plus evtl. Maße (Var. 1 - Var 3) in der Vorgangsposition (Angebot, Auftrag)
  2. Das initierende Beziehungswissen (s. Programm „Beziehungswissen Konfigurator“) wird abgearbeitet, in welchem Merkmale der jeweiligen Position, in Abhängigkeit des Grundmodells, sowie anderer Produktdaten, sowie Daten vorhergehender Vorgangshauptpositionen vorbelegt werden können.
  3. Die Konfiguration inklusive Vorgabe von Maßen (Varianten 1 - 3), sowie Sachmerkmalen (Auswahlen für Sachmerkmalsbegriffe) und Farben (im Farbfenstermuster) wird vom Benutzer durchgeführt.Bei Verlassen eines Sachmerkmals wird pro Sachmerksbegriff zunächst das auswahlbezogene Beziehungswissen (s. Programm „Beziehungswissen Konfigurator“), anschließend das feldbezogene Beziehungswissen (s. Programm „Beziehungswissen Konfigurator“) abgearbeitet. Bei Ausführen der Matchcodefunktion zur Anzeige der Sachmerkmalsauswahlen wird lediglich das jeweilige auswahlbezogene Beziehungswissen abgearbeitet.
  4. Pro Farbfensterzeile wird nach Verlassen der Farbfensterzeile das feldbezogene Beziehungswissen für Farben (s. Programm „Beziehungswissen Konfigurator“) abgearbeitet. Bei Beenden des Farbfenstermusters wird das globale Beziehungswissen für Farben (zu Verwalten in <Link Farbfenstermuster globales Beziehungswissen> abgearbeitet.
  5. Bei Beenden der Konfiguration wird das globale Beziehungswissen für die Konfiguration (s. Programm „Beziehungswissen Konfigurator“) abgearbeitet.
  6. Anschließend wird die Menge der Vorgangsposition eingegeben. Daraufhin läuft die Preisfindung. Zusätzlich zur variantenabhängigen Artikelpreisfindung (Preis des Grundmodells mit Maßen) wird die Formel für Preisfindung (s. Programm „Formel für Konfigurator“ bzw. „Berechnungsarten Formel Konfigurator - Allgemein“) abgearbeitet, in welcher der Preis und der Zuschlag (mit der Zuschlagsnummer 1 ermittelt und hochgerechnet wird.
  7. Wenn im KZ-Fertigung der Vorgangsposition = ja eingestellt wird, d.h. für die Vorgangsposition wird eine Fertigungsauftragsposition automatisch angelegt, wird aufgrund der konfiguratorgeführten Basisstückliste des Artikels eine Seriennummernstückliste generiert, in welcher Platzhalterartikel durch echte Artikel ersetzt, sowie über die Sachmerkmalskriterien der Stückliste Positionen in die Seriennummernstückliste übernommen werden oder nicht. Dabei wird das Beziehungswissen für Stücklisten („Beziehungswissen Konfigurator“) und die Stücklistenformeln (s.a. Berechnungsarten für Stücklisten - Allgemein) abgearbeitet.
  8. Wenn im KZ-Fertigung der Vorgangsposition = ja eingestellt wird, wird zusätzlich aufgrund des konfiguratorgeführten Basisarbeitsplans des Artikels ein Seriennummernarbeitsplan generiert, in welcher, über die Sachmerkmalskriterien des Arbeitsplanes, Arbeitsgänge in den Seriennummernarbeitsplan übernommen werden oder nicht. Dabei wird das Beziehungswissen für Arbeitspläne („Beziehungswissen Konfigurator“) und die Arbeitsplanformeln (s.a. Berechnungsarten für Arbeitspläne - Allgemein) abgearbeitet.

III. Produktdatenmodell (Beispiel)

Beispiel:

Es werden Büromöbel über den Produktkonfigurator beschrieben, wobei Bürostühle, Schreibtische und Büroschränke, sowie Rollcontainer (Produktarten) in unterschiedlichen Ausführungen und Größen hergestellt und vertrieben werden. Ausgehend davon, dass mehrere Grundmodelle pro Produktart hergestellt werden und jedes Grundmodell in mehreren Ausführungen und Maßen, kann es beispielsweise die Grundmodelle Bürostuhl Standard (normaler Bürostuhl, dessen Armlehnen, Rückenlehne und Sitzfläche verstellbar ist und welchen es in unterschiedlichen Farben, Material, Größen ..etc. gibt) und Bürostuhl modern (Bürostuhl bei welchem kein Sitzen sondern nur eine kniende Arbeitshaltung möglich ist, welchen es jedoch in unterschiedlichen Ausführungen, Größen …etc.) gibt und Bürostuhl exklusiv (Bürostuhl welcher sowohl für die sitzende Haltung als auch für die kniende Haltung durch die Betätigung einfacher Hebelveränderungen am Stuhl umgestellt werden kann und welchen es in verschiedenen Größen, Ausführung etc…) gibt.

Produktdatenmodell für das Grundmodell „Bürostuhl Standard“

               
       
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